Im Jahr 2009 fanden zwei Sozialparteiengespräche statt. Übereinstimmung deutet sich an, dass ein neuer Büroberuf orientiert an den Arbeits- und Geschäftsprozessen strukturiert wird. Beim Vorschlag der Gewerkschaften sind die Prozesse die Grundlage. Die Eckpunkte wurden unter Berücksichtigung der Diskussion mit den Arbeitgebervertreter/innen weiterentwickelt. Unterschiedliche Auffassungen bestehen allerdings ob für den neuen Querschnittberuf Wahlqualifikationen oder Einsatzgebiete die besseren Gestaltungsoptionen für die Ausbildungsbetriebe darstellen. Eine weitere Dissenz besteht beim Thema zweijähriger Serviceberuf. Die Gewerlschaften sehen keinen Bedarf sondern sogar die Gefahr, dass eine solche Kurzausbildung zur Sackgasse für Frauen werden kann. Über 75 Prozent Frauen werden in den Büroberufen ausgebildet.
Hier die aktuellen Unterlagen:
Erklärung des Arbeitskreis kaufmännische Berufsbildung der IG Metall
Vorschlag des Kuratoriums der Wirtschaft für Berufsbildung
Karrierechancen für Frauen sichern, für eine qualifizierte Ausbildung - Unterschriftenaktion gestartet
Seit mehreren Jahren laufen Arbeitgebern und Gewerkschaften Gespräche zur Neuordnung der Büroberufe (Kaufleute für Bürokommunikation, Bürokaufleute und Fachangestellte für Bürokommunikation). Die Arbeitgeberseite will die Neuordnung dazu nutzen, auch in diesem Bereich zweijährige Ausbildungen einzuführen. Damit würde ein Billiglohnbereich eingeführt werden, der in erster Linie wieder einmal Frauen trifft. Diese Kurzausbildungen führen in eine berufliche Sackgasse und erhöhen das Risiko von Arbeitslosigkeit. Alle DGB-Gewerkschaften sind sich einig, dass muss verhindert werden. Deshalb haben sie eine Unterschriftenaktion „Karrierechancen für Frauen sichern, für eine qualifizierte Ausbildung" gestartet. Sie richtet sich insbesondere an das Ausbildungspersonal, Betriebsräte sowie Jugend- und Auszubildendenvertreter/innen. Die Gewerkschaften fordern damit die Bundesregierung auf, die Benachteiligung von Frauen durch eine Schmalspurausbildung zu verhindern!
Eine erste Veröffentlichung mit Zwischenstand der Unterschriften ist zum Equal Pay Day am 26.03.2010 geplant. Die Unterschriften sollen deshalb möglichst bis zum 19.03.2010 an den DGB-Bundesvorstand, Bereich Bildung, Qualifizierung, Forschung, Thomas Giessler, Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin geschickt werden!
Bis Ende Juni werden dann weiter Unterschriften gesammelt und anschließend die Arbeitgeber und Regierung/Ministerien angeschrieben und die Unterschriften öffentlichkeitswirksam übergeben.
Erklärung und Unterschriftenliste
Im Sozialparteiengespräch am 29.05.2007 hat die Arbeitnehmerseite die Aufgabe übernommen, die Eckdaten für den dreijährigen neuen Büroberufe zusammenzuführen. Grundlage sind der Arbeitnehmervorschlag, der bereits 2005 den Arbeitgebern übergeben wurde sowie die Arbeitgebervorstellungen. Sie wurden in die für Berufsbildpositionen vorgeschriebene neue Struktur gebracht, berufsprofilprägende (Abschnitt A) und integrative (Abschnitt B) Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Der Vorschlag wurde am 23.07.2007 an die Arbeitgeberseite geschickt. Über die weiteren Gespräch werden wir hier berichten. Für das Anliegen der Arbeitgeber, einen zweijährigen Büroberufe nach dem Anrechnungsmodell zu entwickeln, sehen wir keinen Bedarf in der Arbeitswelt. Für die Jugendlichen in einer solchen Ausbildung wäre eine berufliche Entwicklung stark eingeschränkt und Arbeitslosigkeit vorprogramiert. Betroffen wären überwiegend Frauen (über 70 % beträgt der Frauenanteil in den Büroberufen), denen die Zukunft verbaut wird.

Im September 2007 präsentierten ver.di und IG Metall die gewerkschaftlichen Vorstellungen zur Neuornung der Büroberufe beim BIBB-Kongress in Düsseldorf. An dem Forum beteiligten sich rund 100 Interessierte.
Präsentationen aus dem Workshop Perspektive: Kernberufe für Kaufleute:
Kaufmännische Berufe in der Schweiz - Erfahrungen und Vorgehensweise in der Schweiz, Prof. Michèle Rosenheck, Leiterin Berufsbildungspolitik, Kaufmännischer Verband Schweiz
Brauchen wir Berufsfamilien und wie könnten sie für die kaufmännischen Berufe aus sehen? Rainer Brötz, Bundesinstitut für Berufsbildung, Arbeitsbereichsleiter Kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Dienstleistungsberufe, Berufe der Medienwirtschaft
Weitere Informationen im WAP-Netzwerk.
| Anhang | Größe |
|---|---|
| 2007_09_13_BIBB_Kongress_Büroberufe.pdf | 398.2 KB |
| 2009_06_Ausbildungsberufsbild_NO_Buero.pdf | 27.43 KB |